Schlitztrommel

Papua-Neuguinea, Sepik-Ramu-Mündungsgebiet, zweite Hälfte 19. Jh.; Holz, rote Erde, Kalk/weiße Erde, Rotang, Öl, L: 166,5 cm, H: 30,8 cm; Inv. Nr.: 5010, Geschenk: Ernst Spethmann, Bangkok, 1905

Große Schlitztrommeln waren im Flussgebiet des Sepiks von zentraler Bedeutung. In erster Linie eingesetzt zur Signal- und Nachrichtenübermittlung, spielten sie auch bei den Zeremonien der Männerbünde, wie z.B. der Initiation, eine wichtige Rolle und dienten bei Tänzen als Rhythmusinstrument. Als Eigentum der „großen Männer“ wurden sie im Männer- bzw. Versammlungshaus aufbewahrt. Die Griffe dieser Trommel sind jeweils als menschliche Gestalt mit großem Kopf und kurzen Beinen geformt, die in den reich beschnitzten Trommelkörper übergehen – rechts eine Frau mit geflochtenem Oberarmband. Stabilisiert werden diese Figuren mit darunter liegenden, durchbrochen gearbeiteten Bügeln.